In Omdurman, einer Stadt ganz in der Nähe von Khartoum, befindet sich eine ambulante Klinik, welche von 2 Schweizerinnen schon seit vielen Jahren geführt wird. Sie wird vor allem von den Menschen aus dem Südsudan und den Nubabergen besucht. Sie ist 5 Tage die Woche geöffnet: 2 Tage für Kinder, 2 Tage für Frauen und 1 Tag für Männer. Heute Morgen hatten wir das Glück, dass wir sie besuchen und anschliessend mit den Ärzten Mittagessen durften. Es war ein eindrückliches Erlebnis. Wenn man sich auf der Sonnenseite dieser Welt sehen darf, immer alles hat und sich kaufen kann, was man eigentlich gar nicht braucht und Hunger und Armut praktisch nur im TV sieht, schnürt es einem die Kehle zu, wenn man dann auf einmal in einem Raum steht mit Müttern, deren unterernährte Kinder nur noch apathisch dreinblicken und fast keine Lebenskraft mehr haben. In Extremfällen versucht das Ärzteteam vor Ort, die Kleinkinder mit Milch zu füttern, lehnen sie diese ab, wird ihnen per Magensonde Nahrung zugeführt, sodass sie die nächsten Stunden überleben. Ja, mehr kann dazu nicht geschrieben werden, ausser Danke denen zu sagen, die ihr Leben dafür geben, solche Kinderleben zu retten. Hier einige Bilder:
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Sudanesischer Polterabend
Heute Abend sind wir an der Hochzeit der Schwester eines lokalen Botschaftsmitarbeiters eingeladen und gestern fand der traditionelle Polterabend, nur für Frauen!, statt. So ging Martina, zusammen mit Lokalmitarbeiterin Esraa und 2 Europäerinnen zu diesem Anlass, ohne Ahnung, was sie erwartet. Die Überraschung war dann gross: Schon die Strassen vor dem geschlossenen Zelt waren voll mit feiernden Menschen und im Zelt selber befanden sich 300-500 Frauen in farbigen Tüchern umhüllt. Alles glänzte und glitzerte und die Frauen strahlten. Für einmal waren da keine schwarze Kopfbedeckungen, sondern pinke, rote, violette etc. Nach einiger Zeit Warten ging das hier typische Frauengekreische los, das wohl keine Europäerin imitieren kann: Ay Ay Ay und eine bedeckte Frau, die heutige Braut, kam herein. Sie wurde zur Tribüne geführt, wo ihr Verlobter wartete, wohlgemerkt der einzige Mann im ganzen Saal! Die arabische Musik setzte an und sie fing zu tanzen an. So etwas sieht man nicht oft, eine anfangs bedeckte Muslimin, die je länger der Tanz geht immer weniger Kleider trägt und zuletzt im Mini ihre Hüften schwingt. Während des Tanzens sollte ihr Zukünftiger darauf achten, dass sie es nicht schafft umzufallen, als Beweis, dass er sie auch in Zukunft beschützen wird. Fällt sie zu Boden, muss er der Brautfamilie Geld bezahlen.. sie fiel dann 3x, wohl wegen der Tatsache, dass es ihrem Verlobten sooo unwohl wahr: Er wusste nicht, was auf ihn zukommt, noch nie war er alleine unter so vielen Frauen und noch nieeee und nie wieder wird er seine Frau so knapp bekleidet, hüftschwingend und erotisch sehen.. er war confused und hätte wohl all die Zuschauer zum Teufel gewünscht. Hier ein paar weniger Bilder, wo man irgendwie nichts wirklich sieht (danke den 160 cm):
Pyramiden von Meroe
Dieses Wochenende hat uns der Botschafter seinen Landcruiser samt Chauffeur Sherif für einen Trip nach Meroe zu den Pyramiden ausgelehnt. Es war ein wunderschönes Erlebnis: die Weite, Leere und Stille waren Balsam für die Seele und mit den endlosen, unberührten Sanddünen und Pyramiden kamen wir uns vor wie in einer anderen Welt. Die Nacht verbrachten wir in einem Zeltcamp, von Italienern geführt, mit Blick auf die Pyramiden und einen klaren Sternenhimmel. Während die Sonne tagsüber knallhart niederbrannte und die Hitze einem fast die Luft nahm, war es umso kälter in der Nacht und der Wind pfiff durch das Zelt. Es waren faszinierende 2 Tage. Die Menschen ausserhalb von Khartum sind noch freundlicher als sie hier schon sind. Draussen in der Wüste, wo sie nichts besitzen ausser ihren Kamelen und Eseln, aber so glücklich schienen. Schon mit einer leeren PET-Flasche, welche sie für Öl und Wasser benützen, und ein paar Bananen konnten wir ihnen eine Freude machen. Egal, wo wir waren, man winkte uns und hatte Freude über den Besuch und so wie teilweise die Kinder schauten, kamen wir ihnen wohl auch wie von einem anderen Stern vor. Nach unserem Durchhänger während der letzten Wochen, hat uns dieses Wochenende mehr als entschädigt. Nun können wir auch nicht mehr sagen: Eine Reise in den Sudan lohnt sich nicht, denn ausserhalb von Khartum gibt es viel zu entdecken und das besonders Schöne daran: es hat praktisch keine Touristen, das Land ist im Gegensatz zu vielen anderen noch ziemlich unberührt.. also kommt (-:




































Bootsfahrt auf dem Nil
African Nations Championship Sudan 2011
Nun, da wir sowieso nichts gross unternehmen können, entschieden wir uns trotz Fussballdesinteresse wenigstens ein Spiel des African Nations Championship live mitzuerleben, schliesslich findet es dieses Jahr ja gerade in Khartum statt. Es spielte Sudan-Algerien und endete mit 0:0.. offenbar sind damit beide weiter, weshalb sie nicht sehr einfallsreich spielten. Schnelligkeit hätte uns sowieso sehr verwundert [man denke an unseren Container, die Wohnungsrenovation oder das Warten auf Bedienung in Restaurants!]. Ja, Martina wird lernen müssen, ihre Ungeduld zu zähmen, während Arieh sich in der Gemütlichkeit doch *fast* wohl fühlt (nun ja, ausser was den Toyota-Oldie-Import betrifft…)
Und so standen wir wenigen Europäer (4 Schweizer + 2 Deutsche) im Stadium voller Sudanesen und bestaunten die verschiedenen Gesichter, wie Fussballfans ohne Bier funktionieren, wie Polizisten erfolgreich versuchten, die drängelnde Menge, welche von der verstopften Gratisseite auf die bezahlte Seite (10 SDG = 4 CHF) kommen wollte, im Zaum zu halten, wie kleine Kinder von 4-10 Jahren Kaffee, Tee und Wasserglacé verkauften etc.

























